Freundschaft und Feindschaft der Planeten zueinander

Die Planeten haben im Jyotish eine natürliche Beziehung von Freundschaft, Feindschaft und Neutralität zueinander. Die folgende Tabelle stellt diese Beziehungen dar.

GrahaFreundNeutralFeind
SuryaChandra, Mangal, GuruBuddhaShukra, Shani, Rahu, Ketu
ChandraSurya, BuddhaMangal, Guru, Shukra, Shani, Rahu, Ketu---
MangalSurya, Chandra, Guru, KetuShukra, Shani, RahuBuddha
BuddhaSurya, ShukraMangal, Guru, Shani, Rahu, KetuChandra
GuruSurya, Chandra, MangalShani, Rahu, KetuBuddha, Shukra
ShukraBuddha, Shani, Rahu, KetuMangal, GuruSurya, Chandra
ShaniBuddha, Shukra, RahuGuruSurya, Chandra, Mangal, Ketu
RahuGuru, Shukra, ShaniBuddhaSurya, Chandra, Mangal, Ketu
KetuMangal, ShukraBuddha, GuruSurya, Chandra, Shani, Rahu

Tabelle: Freundschaft, Neutralität und Feindschaft der Planeten zueinander

In der linken Spalte sind unter "Graha" die neun Planeten aufgeführt. In den drei Spalten rechts davon kann man sehen, welche Haltung die anderen Planeten dem Planeten ganz links gegenüber haben. So gehören Chandra, Mangal und Guru zu den Freunden von Surya, Buddha ist neutral und Shukra, Shani, Rahu und Ketu sind Surya feindlich gesonnen.

Nicht immer ist die Haltung zweier Planeten zueinander gleich. So hat z.B. Chandra keine Feinde (!), ist aber selbst Feind von Buddha, Shukra, Shani, Rahu und Ketu. Shani ist neutral gegenüber Mangal, aber Mangal zeigt sich als Feind von Shani.

Die Zuordnungen von Rahu und Ketu in der Tabelle kann man mit leichtem Vorbehalt betrachten.

Zwei Gruppierungen

Um sich leichter zu merken, welche Planeten welche Beziehung zueinander haben, kann man die Planeten grob in zwei Gruppen oder "Familien" einteilen. Die Mitglieder einer Gruppe sind jeweils miteinander befreundet und mit den Mitgliedern der anderen Gruppe verfeindet. Dies stimmt nicht immer ganz genau, gibt aber einen guten ersten Anhaltspunkt.

Zu Gruppe 1 gehören dabei die Herren der Feuer- und Wasserzeichen im Tierkreis, zu Gruppe 2 die Herren der ihnen gegenüber stehenden Luft- und Erdzeichen. Die beiden Gruppierungen sind:

1. Die "Himmelslichter" Surya + Chandra sowie Mangal, Guru, Ketu

2. Buddha, Shukra, Shani, Rahu

Wenn der Herr des Aszendenten zu einer der beiden Gruppen gehört, sind Planeten derselben Gruppe förderlich für diesen Aszendenten, d.h. sie sind "funktionelle Wohltäter" und die der anderen sind herausfordernd, d.h. "funktionelle Übeltäter" für diesen Aszendenten. Auch dies trifft nur weitgehend zu, nicht zu 100%, ist aber ein hilfreiches geistiges Ordnungsprinzip.

Die temporären Beziehungen der Planeten zueinander

Die oben in der Tabelle aufgeführten natürlichen Beziehungen der Planeten zueinander gelten für alle Horoskope, d.h. sie sind unabhängig von der Stellung der Planeten im Tierkreis und in den Häusern zu einem bestimmten Zeitpunkt.

Darüber hinaus haben die Planeten aber noch eine temporäre Beziehung von Freundschaft oder Feindschaft zueinander, die sich aus ihrer gegenseitigen Stellung im Tierkreis ergibt und die damit von Horoskop zu Horoskop unterschiedlich sind.

Regel für temporäre Freundschaft oder Feindschaft zwischen zwei Planeten

Planeten, die im selben Tierkreiszeichen stehen oder weiter als vier Tierkreiszeichen voneinander entfernt stehen, sind Feinde, alle anderen sind Freunde (das Tierkreiszeichen, von dem aus gerechnet wird, wird dabei mitgezählt).

Oder anders ausgedrückt: Temporäre Freunde eines Planeten sind diejenigen Planeten, die von ihm aus gesehen in den drei benachbarten Zeichen (vor und zurück) stehen. Alle Planeten, die im selben Zeichen wir er selbst oder weiter entfernt stehen, sind temporäre Feinde.

Beispiel: Die Sonne steht in Widder. Steht Saturn in Stier, Zwilling, Krebs oder in Steinbock, Wassermann, Fische, so ist er temporärer Freund von Surya. Steht Saturn auch in Widder oder weiter entfernt in den Zeichen Löwe, Jungfrau, Waage, Skorpion oder Schütze, so ist Saturn temporärer Feind von Surya.

Kombination von natürlicher und temporärer Beziehung der Planeten

Um in einem Horoskop die Beziehungen von zwei Planeten zueinander endgültig zu bewerten, werden die natürliche und die temporäre Beziehung kombiniert.

Regeln für die Kombination

Natürliche Freundschaft + temporäre Freundschaft ergibt beste Freundschaft.

Natürliche Freundschaft + temporäre Feindschaft ergibt Neutralität.

Natürliche Neutralität + temporäre Freundschaft ergibt Freundschaft.

Natürliche Neutralität + temporäre Feindschaft ergibt Feindschaft.

Natürliche Feindschaft + temporäre Freundschaft ergibt Neutralität.

Natürliche Feindschaft + temporäre Feindschaft ergibt extreme Feindschaft.

Eine kleine Nuance ergibt sich noch daraus, dass die natürliche Freundschaft/Feindschaft etwas schwerer wiegt als die temporäre.

Schlussfolgerungen

Der extreme Freund eines Planeten unterstützt diesen unter allen Umständen.

Der Freund eines Planeten unterstützt diesen, aber Interessenkonflikte können die Unterstützung mindern. Beispiel: A ist Freund von B und bester Freund von C und B und C sind verfeindet. Dann wird die Unterstützung von A für B gemindert sein, weil A mehr auf der Seite von C steht.

Eine neutrale Haltung bewirkt, dass ein Planet den anderen je nach Umständen fördert oder hindert oder aber weder förderlich noch hinderlich in Erscheinung tritt.

Ein Feind wird gegen den anderen Planeten arbeiten, aber nicht kompromisslos. Beispiel A: ist Feind von B und extremer Feind von C und B und C sind verfeindet. Dann wird A gegebenenfalls auch B gegen C in gewisser Weise unterstützen. Oder: A und B sind verfeindet, aber einer steht im Zeichen (oder im Haus) des anderen - dann werden sie auch Kompromisse schließen, um ihre Häuser nicht durch ihren Krieg zu sehr zu schädigen.

Der extreme Feind eines Planeten bekämpft diesen unter allen Umständen, sogar wenn es seinen eigenen Interessen schadet, gegebenenfalls bis zur gegenseitigen Zerstörung.

Konsequenzen

Die Beurteilung der Beziehung von zwei Planeten zueinander spielt in der Interpretation eines Jyotish-Charts eine ganz bedeutende Rolle! Wenn z.B. ein Planet der Herr eines Hauses ist und ein anderer der Karaka oder Organisator des Hauses, dann werden sie zum Wohle des Hauses zusammenarbeiten, wenn sie befreundet sind, aber zum Schaden der Angelegenheiten des Hauses gegeneinander arbeiten, wenn sie verfeindet sind.