Der Herr eines Hauses in einem Haus

Ein sehr mächtiges Interpretationsprinzip von Jyotish besteht darin, zu analysieren, was es bedeutet, dass der Herr eines der 12 Häuser des Horoskopes sich selbst in einem der 12 Häuser befindet.

Das Grundprinzip dabei ist: Der Planet ist in dem Haus aktiv, in dem er sich befindet und nutzt die Möglichkeiten dieses Hauses, das er bewohnt, um etwas für das Haus zu tun, das ihm gehört.

Er ist also mehr an dem Gedeihen seines Hauses (von dem er der Herr ist) interessiert, als an dem Gedeihen des Hauses, in dem er sich befindet. Ein stark gestellter Wohltäter-Planet wird dabei sicher auch das Haus segnen, in dem er sich befindet, aber ein im Fall befindlicher Übeltäter-Planet wird das Haus, indem er sich befindet, gnadenlos ausplündern und rücksichtslos schädigen, um für sein Haus etwas zu erreichen.

Die folgenden Texte erläutern systematisch, was es für jedes Haus bedeutet, wenn sein Herr sich in einem der 12 Häuser befindet und ebenso, was es für ein Haus bedeutet, wenn sich der Herr eines bestimmten anderen Hauses in ihm als Bewohner aufhält.

Auch für diese Texte gilt, dass sie lehrreich sind und die Interpretationsprinzipien von Jyotish veranschaulichen, aber andererseits Abstraktionen darstellen, die sich in ihrer reinen Form in der Wirklichkeit niemals finden. Wenn z.B. der Herr des 11. Hauses sich im 4. Haus befindet, drückt der Text aus, wie sich das auswirkt, aber dabei ist überhaupt noch nicht berücksichtigt, ob es sich bei dem betreffenden Planeten um Mars oder um Venus handelt, ob der Planet stark steht oder im Fall, ob er günstige Aspekte erhält oder schädliche, ob er zugleich noch Herr welchen anderen Hauses ist, ob er mit dem Herrn und dem Karaka des Hauses, in dem er sich befindet, befreundet oder verfeindet ist usw. Die Aussagen dieser Texte sollte man also nicht überbewerten und sie nie wörtlich nehmen.

Jeder Text schließt mit einer Aussage von Maharishi Parashara, der höchsten Jyotish-Authorität, zu der Struktur der Hausherrschaft. Diese Aussagen sind kurz und prägnant und man sollte sie auch in den Fällen als bedeutungsvoll ansehen, wenn man nicht nachvollziehen kann, wie Parashara zu dieser Schlussfolgerung gelangt. Man kann davon ausgehen, dass er, als Meister von Jyotish, weiß, wovon er spricht und man selbst, als Schüler, viele Feinheiten noch nicht zu erkennen vermag.