Kurma-Chart Deutschland 16.05.2022 06:15 Brahmasthan Eisenach * Mondfinsternis

GR Gr Mi Sk R RA NAKSHATRA  NH Art P PZ
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La 15 06 08    2 Rohini     Ch Man 2  2
Sy 01 08 56    2 Krittika   Sy Rak 2 10
Ch 01 09 29    8 Vishaka    Gu Rak 4  4
Ma 29 16 14   11 P.bhadra   Gu Man 3  3
Bu 09 28 24 R  2 Krittika   Sy Rak 4 12
Gu 06 50 31   12 U.bhadra   Sa Man 2  6
Sk 21 21 43   12 Revati     Bu Dev 2 10
Sa 00 46 58   11 Dhanishta  Ma Rak 3  7
Ra 28 22 30    1 Krittika   Sy Rak 1  9
Ke 28 22 30    7 Vishakha   Gu Rak 3  3
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Zur Interpretation des Charts

Es handelt sich hier um eine totale Mondfinsternis. In Deutschland ist nur die erste Phase der Verfinsterung sichtbar, dann ist der Mond untergegangen.

Aus vedischer Sicht bedeutet eine Mondfinsternis einen Einbruch von Chaos. Zu einer Zeit, wo Chandra, der Mond, eigentlich seine größte Lichtfülle erlangt, wird er stattdessen verfinstert. In Kapitel 91 der Brihat Parashara Hora Shastra beschreibt Maharishi Parashara detailiert die Maßnahmen, die zu ergreifen sind, wenn ein Mensch während einer solchen Finsternis geboren wird. Er führt aus:

"O Brahmane, jemand, dessen Geburt zum Zeitpunkt einer Sonnen- oder Mondfinsternis stattfindet, wird unter Krankheiten, Kummer und Armut leiden und ist in Todesgefahr. Deshalb werde ich zum Wohle der Menschheit die Abhilfemaßnahmen beschreiben, die ergriffen werden müssen, um die oben genannten negativen Auswirkungen aufzuheben."

Aus seiner Beschreibung kann man ableiten, dass Krankheiten, Kummer, Leiden unter Armut sowie Todesgefahr die zu erwartenden Auswirkungen einer Finsternis sind. Daher sind auf jeden Fall Yagyas angesagt, um negative Auswirkungen dieser Art zu mildern oder abzuwenden.

Um an dem Einbruch von Chaos möglichst wenig teilzuhaben und ihn nicht zu verstoffwechseln, wird empfohlen, eine solche Finsternis nicht zu beobachten sowie ca. 6 Stunden vor und nach dem Ereignis keine feste Nahrung zu sich zu nehmen. Zur Zeit der Verfinsterung zu meditieren ist sicherlich eine gute Wahl.

Um die zu erwartenden spezifischeren Auswirkungen einer totalen Mondfinsternis zu analysieren, muss die genaue Stellung des Mondes zu diesem Zeitpunkt untersucht werden. Das Rashi- und das Navamsha-Chart sind hier von großer Bedeutung, ebenso die Stellung von Chandra in einem Nakshatra. Das Kurma-Chart erlaubt die Orte der größten Auswirkungen festzustellen.

Die Mundanastrologie, vor allem aber das Kurma-Chart, ist für mich derzeit noch relativ Neuland. Was ich hier ausführe hat daher durchaus einen experimentellen Charakter. Ich könnte jedem Satz, den ich dazu sage, hinzufügen "so wie ich es derzeit sehe", aber das wäre albern.

Hier die Zuordnung der Grahas zu den Gunas in diesem Chart:

Die Stellung von Chandra

Im Mundanhoroskop eines Landes verkörpert Chandra die Bevölkerung, das Kollektivbewusstsein, den Bewusstseins- und Gemütszustand einer sehr großen Zahl von Menschen und auch das, was die Menschen des Landes bewegt, was im Zentrum ihrer Aufmerksamkeit steht.

Chandra steht im Jyotish im Rashi-Chart streng genommen nur in den ersten 3 Graden des Zeichens Skorpion im Fall. Genau dort befindet er sich. Das ist bereits unabhängig von der Verfinsterung eine denkbar ungünstige Stellung. Die obige Tabelle zeigt, dass Chandra von der Zeichenstellung her der am ungünstigsten stehende Graha ist. Das Kollektivbewusstsein des Landes wird somit zu diesem Zeitpunkt sowie eine gewisse Zeit lang davor und danach auf sehr negative Weise von den Eigenschaften des Zeichens Skorpion geprägt. Die 5 Hauptqualitäten, die diesem Zeichen zugeordnet werden können sind: Durchsetzung, Vernichtungstrieb, Fanatismus, Befreiung, Ablehnung. Ein Skorpion ist ein giftiges Tier, wir können also von einem vergifteten und vergiftenden Zustand des Kollektivbewusstseins sprechen. Die durch die Stellung von Chandra im Fall in Skorpion extrem ausgeprägte Negativität dieses mentalen Zustandes wird durch die Verfinsterung noch einmal deutlich verstärkt. Hass und Destruktivität prägen das Kollektivbewusstsein.

Das 7. Haus, in dem der Mond sich befindet, steht für die Beziehungen des Landes zu Partner-Ländern; ein Partner kann allerdings bei Schädigungen des 7. Hauses auch ein Gegenspieler oder Feind sein. Das 7. Haus wird vom Karaka Shukra aufgebaut, und Mangal, der Herr des 7. Hauses, macht dann etwas daraus. Shukra steht in Fische erhöht im 11. Haus, dem Haus des Einkommens, der Wunscherfüllung und der Freunde. Shukra baut hervorragende Wirtschaftsbeziehungen auf. Die Konjunktion von Shukra mit einem ebenfalls starken Guru im eigenen Zeichen Fische ist eher positiv zu bewerten, obwohl Shukra und Guru Gegenspieler und verfeindet sind; sie sind aber auch die beiden besten natürlichen Wohltäter in einem Chart.

Mangal, der Graha des Krieges, der Eroberung (Herr von Widder) und der Zerstörung (Herr von Skorpion) steht im 10. Haus mächtig und einflussreich, aber im Zeichen des Feindes Shani, der das 10. Haus und Mangal beherrscht, ungünstig. In dieser Konstellation in Wassermann repräsentiert Mangal die Unfähigkeit, sich durchzusetzen und eine lähmende Situation zu transformieren. Mangal, der hier auch der Atmakaraka ist, macht somit wenig aus den von Shukra geschaffenen günstigen Voraussetzungen im 7. Haus. Mangal wird auch durch seine Stellung im letzten Grad des Zeichens Wassermann ("in the gap") geschwächt. Chandra als Bewohner von Haus 7 schädigt das 7. Haus schwer. Eine Verschlechterung eigentlich positiver Beziehungen wird insgesamt angezeigt. Dass das 7. Haus ein Maraka-Haus ist, fällt ebenfalls negativ ins Gewicht.

Da Chandra in Rashi und Navamsha in einem Wasserzeichen steht und Guru als Herr des Nakshatra Vishakha ebenfalls, spielt das Wasserelement eine bedeutende Rolle bei dieser Mondfinsternis.

Ketu steht in Waage in einem anderen Tierkreiszeichen als Chandra, aber weniger als 3 Grad von ihm entfernt, was in der Vollmond-Situation die totale Finsternis zur Folge hat. Immer wenn bei Vollmond oder Neumond Rahu oder Ketu nahe bei Sonne oder Mond stehen, sollte man alarmiert sein, dass hier eine Finsternis im Spiel ist.

Ja, das klingt bisher zunächst alles sehr negativ, aber wir untersuchen ja hier auch eine Mondfinsternis und damit eine temporär bedrohliche Situation.

Es gibt aber neben Shukra auch weitere positive Einflüsse auf die problematische Stellung des Mondes. Ein starker Guru aspektiert vom 11. Haus aus das 7. Haus und bringt Licht in die dort vorherrschende Dunkelheit. Der Einfluss Gurus wird dadurch verstärkt, dass Guru der Herr des Nakshatra Vishakha ist, in dem der Mond sich befindet. Guru wird von Chandra aktiviert (Vimshottari-Dasha-System). Einen positiven Einfluss auf Chandra und das 7. Haus hat auch der sehr starke Rajayoga-Karaka Budha vom Zeichen Stier im ersten Haus aus. Sowohl Budha im Vaishya-Zeichen Stier als auch Guru im 11. Haus haben etwas mit positiven wirtschaftlichen Interessen und vernünftigen Überlegungen zu tun, die den Fanatismus und die Destruktivität der Chandra-Stellung im 7. Haus in gewissem Grade ausgleichen. Auch Surya aspektiert das 7. Haus. Surya steht prinzipiell in Mundan-Charts für die Regierung. In Stier steht Surya hier neutral im Zeichen von Shukra. Suryas Einfluss auf das 7. Haus ist also auch relativ förderlich. Auch Shani aspektiert vom 10. Haus aus das 7. Haus. Im eigenen Zeichen Wassermann steht Shani stark und im 10. Haus mächtig. Er beruhigt und stabilisiert durch seinen Aspekt die Situation in Haus 7. Allerdings steht Shani im 1. Grad von Wassermann ebenfalls "in the gap", was seinen positiven Einfluss schwächt.

Die genannten doch beachtlichen positiven Einflüsse geben einen Hinweis darauf, wie mittelfristig die durch die totale Mondfinsternis ausgelöste Krise bewältigt werden kann. Auch dass Chandra im Navamsha-Chart dann stark im eigenen Zeichen Krebs steht, zeigt eine positive Entwicklungstendenz an. Eine Entwicklung vom Fall zur Stellung im eigenen Zeichen ist sowohl spektakuär als auch dramatisch und vollzieht sich über große Unruhe - von Tamas über eine ausgeprägte Rajas-Phase hin zu Sattva. Auch die Stellung von Chandra im 3. Haus in der Navamsha zeigt Unruhe an.

Insgesamt ist diese Mondfinsternis, was ihre negativen Auswirkungen anbetrifft, bei weitem nicht so mächtig wie die Sonnenfinsternis Ende Dezember 2019, die den Beginn der Corona-Krise markiert, weil jetzt viel weniger Grahas unmittelbar in die Verfinsterung involviert sind.

Brahmasthan und Kurma-Chart

Als Ort, der den Berechnungen des Charts zugrunde liegt, wurde hier nicht die deutsche Hauptstadt Berlin, sondern Eisenach gewählt. Eisenach markiert den Mittelpunkt, den Brahmasthan Deutschlands.

Der Begriff Brahmasthan spielt im Sthapathya-Veda, dem System der vedischen Architektur, eine große Rolle. Der Brahmasthan ist das Zentrum eines Gebäudes, ein sehr mächtiger Ort, der auf besondere Weise gestärkt und beschützt werden muss. In der Mundanastrologie ist der Brahmasthan eines Landes ein wichtiger Bezugspunkt. Ein Horoskop, das auf dem Brahmasthan eines Landes beruht, ist ein Landes-Horoskop und kein Staatshoroskop. Ein Land kann im Laufe der Geschichte unterschiedliche Staaten beherbergen und neue Staatsgründungen erleben. Auch die Hauptstadt eines Landes kann sich ändern. Beides ist im Fall von Deutschland ja auch geschehen, was Staatsgründungen betrifft sogar mehrfach in den vergangenen Jahrhunderten. Auch der Brahmasthan eines Landes kann sich allerdings bei Grenzverschiebungen etwas ändern.

Den Brahmasthan eines Landes als Bezugspunkt zu wählen, ist meines Erachtens bei der Verwendung des Kurma-Charts besonders sinnvoll, weil es da um die Auswirkungen im Zentrum und in den 8 Haupt-Himmelsrichtungen geht. Im Kurma-Chart wird dem Zentrum und den 8 Haupt-Himmelsrichtungen jeweils eine Gruppe von drei Nakshatras (Mondhäuser) zugeordnet. Hierbei ist das 1. Nakshatra nicht Ashvini, sondern Krittika. Panzer, Kopf, Schwanz und Füße der Schildkröte (Sanskrit: Kurma) verkörpern diese 9 Faktoren. Für Deutschland sieht die Zuordnung dann so aus:

Die 9 Grahas werden dann entsprechend ihrer Stellung in einem Nakshatra eingezeichnet. Die Position der eingezeichneten Planeten-Kürzel Sy, Ch usw. markiert nicht etwa genaue Orte, sondern nur die ungefähre Richtung vom Mittelpunkt (Eisenach) aus gesehen. Man kann sich das so vorstellen, dass vom Mittelpunkt aus jeweils ein Kegel (ähnlich wie ein Scheinwerfer-Kegel) Richtung Osten, Südosten, Süden usw. ausgeht. Gebiete in diesem Kegel stehen dann unter dem Einfluss der Grahas in den jeweiligen Nakshatras. Das Kurma-Chart erlaubt es so, planetare Einflüsse bestimmten geografischen Gebieten zuzuordnen.

Anmerkung: ich habe für das Kurma-Chart eine recht alte Karte verwendet. Die Ostgrenzen sind weder aktuell noch politisch korrekt. Das ist aber für die astrologische Interpretation bedeutungslos. Bitte keine politische Absicht da hineininterpretieren.

Natürlich könnte man die Schildkröte weglassen und nur die Himmelsrichtungen verwenden. Aber die Schildkröte hat schon eine Symbolkraft und einen gewissen Charme. Kurma spielt in der berühmten Purana-Erzählung von der Quirlung des Milchozeans eine bedeutende Rolle. Zudem gibt es eine wichtige Kurma-Inkarnation von Shri Vishnu, dessen Teilinkarnationen - so Parashara - wiederum die 9 Grahas sind. Und jeder weiß, dass die 4 kosmischen Elefanten, die die Welt tragen, auf der kosmischen Schildkröte stehen ;)

Im vorliegenden Chart befindet Chandra sich zusammen mit Ketu im Nakshatra Vishakha (in den Grafiken versehentlich ohne h geschrieben). Vishakha ist ein Guru-Nakshatra. Seine Eigenschaften sind: Nur den eigenen Erfolg anstreben und dabei nicht wählerisch in Bezug auf die Mittel sein. Zielgerichtet, energisch, entschlossen, ohne andere mit einzubeziehen. Hohe, aber isolierte Stellung. Angeberisch. Die zugeordnete Bevolkerungsgruppe (varna) sind die Tschandalas, die Ausgestoßenen der Gesellschaft, von den arroganten Aristokraten gern als "Pöbel" bezeichnet. Das dem Nakshatra zugeordnete Lebensziel ist Dharma.

Während die Stellung eines Grahas in einem Tierkreiszeichen seine Bewusstseinsdynamik anzeigt, steht seine ´Stellung in einem Nakshatra für seinen zielstrebigen Entschluss (Sankalpa). Diese Zielstrebigkeit verkörpert das Nakshatra Vishakha auf eine besonders entschlossene, rigide Weise. Vishakha ist ein Rakshasa-Nakshatra, was ich als den Hinweis darauf interpretiere, dass es hier um die Verwirklichung materieller Ziele geht. Bei einem Deva-Nakshatra ständen dann Bewusstseinszustände, bei einem Manushya-Nakshatra (menschliches Mondhaus) Aktivitäten bei der Zielvorstellung im Vordergrund.

Im Kurma-Chart befinden sich Chandra und Ketu im rechten Hinterfuß der Schildkröte, was der südöstlichen Richtung vom Zentrum aus entspricht. Die diagonale Linie links unten im Panzer der Schildkröte weist in diese Richtung. Deutsche Städte wie Frankfurt, Mainz, Darmstadt und Ludwigshafen liegen demnach im "Kegel", im besonderen Einflussbereich, dieser beiden Grahas und ebenso Deutschlands Nachbarland Frankreich.

Ich bin gespannt, inwieweit sich die hier beschriebenen Auswirkungen bestätigen werden. Die Berichte der Medien spiegeln ja nicht immer zuverlässig das wieder, was sich zu einer bestimmten Zeit an wirklich wichtigen Ereignissen abspielt, aber ich hoffe auf genügend Informationen, die mir helfen, mein Wissen über die Mundan-Astrologie und das Kurma-Chart zu vertiefen.