Mahishasuramardini

Die Göttliche Mutter und der Stierdämon Mahisha

Eine Geschichte aus dem Shrimad Devi Bhagavatam

Die Geschichte von Mahishasuramardini ist sehr gut als Anschauungsbeispiel geeignet, um die bisherigen Erläuterungen zur Weltsicht der Puranas zu dokumentieren.

Das recht lange Sanskrit-Wort "Mahishasuramardini" kann im ersten Moment etwas verwirrend sein. Es setzt sich aus drei Bestandteilen zusammen:

Mahisha – der Name eines mächtigen Dämonenherrschers
Asura – Dämon, Titan, Feind der Götter
Mardini – Töterin

Diese Geschichte ist deshalb so interessant, weil sie die Mechanismen aufzeigt, wie sich im Universum durch das direkte Eingreifen von Mutter Natur in Gestalt der Devi die Transformation von einem extrem unseligen und unterdrückten Zustand in einen freudevollen Zustand des Gedeihens und der ungehinderten Weiterentwicklung vollzieht. Dies sind dieselben Mechanismen, die es einem Menschen ermöglichen, sich aus einem leidvollen, unglücklichen Zustand mit hohem Stressniveau zu befreien und zum Zustand eines Menschen in einem freudevollen, hohen Bewusstseinszustand zu erheben.

Die Geschichte ist im zweiten Band der deutschen Ausgabe des Shrimad Devi Bhagavatam zu finden.

Ich stelle die Geschichte hier in einer etwas früheren Übersetzung von mir als PDF zur Verfügung. Sie können die PDF entweder mit Linksklick online lesen oder mit einem Rechtsklick und dann Linksklick auf "Ziel speichern unter" und dann "Datei speichern" (anhaken) downloaden, um sie dann offline zu lesen, auszudrucken oder weiterzugeben. Hier der Link:

Mahishasuramardini

Anmerkung: Manche sensiblere Leser stören sich mitunter an Maharishi Veda Vyasas dramatischen Schilderungen der Kämpfe zwischen den Devas und den Asuras oder der Göttlichen Mutter mit den Asuras. Vielleicht hilft ihnen der Gedanke etwas, dass es sich hierbei um die anschauliche Beschreibung von Stresslösungsprozessen in der Physiologie handelt, die zwar aufwühlend, aber letztlich evolutionär sind, weil sie den Weg für dauerhafte Bewusstseinsentwicklung ebnen. Die Vernichtung von Negativität ist auf einer tieferen Ebene der Betrachtung etwas Positives. Auch wem diese Schilderungen etwas zu heftig sind, kann sich dann an der Beschreibung des freudevollen Ergebnisses dieser Ereignisse am Ende der Geschichte erfreuen.

Der Sieg der Großen Göttin über den Asura Mahisha wird noch heute in Indien – zusammen mit dem Sieg Ramas über Ravana am selben Tag des Jahres – als Vijaya Dashami, "Tag des dauerhaften Sieges", gefeiert. Der vedische Feiertag Vijaya Dashami schließt am zehnten Tag die neuntägigen Feierlichkeiten zu Ehren der Göttlichen Mutter ab (Navaratri - "neun Nächte"). Die Navaratri Feiertage gibt es im Frühling und im Herbst.

Es gibt auch eine Hymne über Mahishasuramardini, das Mahishasuramardini-Stotram. Diese Hymne wird dem berühmten vedischen Meister Adi Shankara zugeschrieben. Hier eine schöne Version dieser Hymne als Musikdatei (MP3) – auch hier wieder Linksklick zum Anhören, Rechtsklick zum Downloaden.

Wenn man lernen möchte, diese Hymne zu rezitieren, ist dieses englischsprachige Youtube-Video des Sanskrit-Channels gut geeignet.

Den Sanskrit-Text in Transliteration, zusammen mit der englischen Übersetzung der Verse hier als PDF. Dies ist die Version mit 20 Versen; es gibt auch Versionen mit 21 Versen.

Auf Youtube kann man eine ganze Anzahl verschiedener Versionen der Rezitation dieser Hymne finden.